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Eine kurze Chronologie
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Der Maurenkopf
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Filitosa [Acquaviva/Freunde
Filitosas]
Die gepeinigte Geschichte
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Der korsische Geschichtshimmel ist ein stürmischer, gepeinigter, voller Gewalt
und gekreuzt von blitzartigen Invasionen.
Ein Himmel wo die Momente des Friedens, der trügerischen Ruhe schnell von den
gierigen Ausbrüchen der Fremden zerrissen wurde - Iberier, Ligurianer oder Phoenizier,
Phokäer, Etrusker oder Syrier, Römer oder Vandalen, Menschen aus Pisa und Genuesen...
Opfer von beidem, der geographischen Position und dem strahlenden Glanz ihrer
Schönheit, war die Insel trotz ihrer Kampflust für lange Zeit gezwungen, ihre
Küsten den Eindringlingen preiszugeben, die das Meer ständig anspülte. Dies
führte zwangsläufig dazu, daß die Insel ein Temperament - so stark wie das Granit
aus dem sie geboren wurde - entwickelte.
Eine kurze Chronologie
Machen Sie eine Zeitreise, wenngleich eine schematische, um besser verstehen
zu können, wie aus den Tumulten der Geschichte die kontrastreiche Harmonie dieses
Landes entstehen konnte.
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Einige vorgeschichtliche Daten
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- 7000 - 6000 v. C. Preneolithikum
Spuren erster menschlicher Gruppen, die unterhalb der Felsen Schutz
suchten. Fund des ältesten korsischen Skeletts - der "Dame
von Bonifacio" datiert auf das Jahr 6570 v. C. (Museum von
Lévie ).
- 6000 - 4500 v. C. Frühes Neolithikum
Anfänge der Tierhaltung, Töpferei und Unterkünfte aus Bruchstein, Benutzung
von Werkzeugen aus Feuerstein und Obsidian.
- 4500 - 3000 v. C. Mittleres Neolithikum
Erste Formen der Tierzucht, einige Versuche der Landwirtschaft.
- 3000 - 1800 v. C. Spätes Neolithikum
Die Menschen siedelten sich immer weiter an verschiedenen Orten
an. Entwicklung des Ackerbaus. Hier gab es die ersten Korbfllechtarbeiter
(bei St Florent)
und Kupferarbeiter (Aleria)
in Westeuropa. Die Entwicklung der Unterkünfte, der Werkzeuge und
der Verteidigungswaffen schritt voran.
Der Beginn des Megalithzeitalter wird durch erste Megalitharten dokumentiert:
Särge, Dolmen, Menhire und schließlich Menhirstatuen, die im Mittelmeerraum
hier am zahlreichsten vertreten waren. Dies wird bezeugt durch Filitosa,
Hochburg der korsischen Statuenkunst und als Weltkulturdenkmal durch
die UNESCO ausgezeichnet.
- 1800 - 700 v. C. Bronzezeitalter
Die Gesellschaft organisiert sich in Hierarchien. Die Anzahl der befestigten
Dörfer, Castellis, nahm zu und umgaben sich mit kreisförmig angeordneten
Monumenten - "torre" genannt. Diese wurden vermutlich zu Verteidigungs-
und kulturellen Zwecken errichtet. Diese "torreanische" Zivilisationen
waren hauptsächlich im Süden der Insel vertreten.
- 700 - 565 v. C. Eisenzeitalter
Die Arbeiten im Dorfkern nahmen zu. Die Schafzucht, die Organisation
und der Begriff der Lagerhaltung entwickelten sich (Fundstätte von
Cucuruzzu in Lévie ).
Metallene Möbel wurden verwendet.
Dieses Zeitspanne ist durch eine Reihe von Invasionen geprägt.
Ein Eroberer jagte den anderen, zuerst kamen die Iberier, gefolgt von
den Liguriern und den Phoeniziern. Diese Invasionen wurden von Allianzen
begleitet, die durch die ständig neu ankommende Eindringlinge geschlossen
wurden.
- 565 v. C. Die Gründung von Aléria
Diese Stadt wurde ca. 565 v. C. von den Phokäern gegründet. Sie war die
erste Handelsgesellschaft Korsikas. Die in den Bergen verschanzten Einheimischen
konnten aus dem Reichtum dieser internationalen Metropole keinen großen
Vorteil ziehen.
An der Kreuzung der großen Handelsstraßen der Antike gelegen, wurde
sie umgehend von einer Allianz aus toskanischen Etruskern und afrikanischen
Karthagern eingenommen.
Der Einfluß dieser zahlreichen Zivilisationen war bemerkenswert. Sei
es in demokratischer, künstlerischer oder technischer Hinsicht. Diesen
hohen technischen Standart erreichten sie durch die Ausbeutung der östlichen
Ebene, der Weiterentwicklung des Wein- und Olivenbaumanbaus, der Ausbeutung
der Bodenschätze und der Vermarktung der Seeprodukte.
Dann kamen die Syrier aus dem nahen Sizilien, die jedoch sehr schnell
wieder von ebendiesen Karthagern verjagt wurden (280 v. C.).
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Einige geschichtliche Daten
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- Ab -259 römische Eroberung und anschließender Frieden
Nach einer qualvollen und langen Eroberung (-259-111), übernahmen die
Römer die Macht auf der Insel und eine lange - manchmal schmerzhafte -
Ruhepause, die die Geschichte seit dem 1. Jahrhundert v. C. bestimmte,
folgte
Diese mehr als fünf Jahrhunderte lange Zeitspanne ermöglichte die Entstehung
eines "Pax Romana". Sie war durch den relativen Wohlstand der
Küstenregion und besonders durch die Gründung von Mariana und der Weiterentwicklung
von Aleria - die inzwischen zu einer blühenden Stadt mit einer Garnison
und einem Marinestützpunkt geworden war - gekennzeichnet.
Korsikas zahlreiche Eindringlinge trugen alle ihren Teil zur historischen
Entwicklung der Insel bei. So entdeckten beispielsweise die Römer
die Mineralquellen und errichteten Thermen.
Das Christentum wurde vermutlich ab dem zweiten Jahrhundert in Korsika
verstärkt eingeführt. Restitude, Dévote und Julie waren die heiligen
Märtyrer dieser Zeit
- Ab 455: Vandalen, Ostrogothen und Byzantiner
Bevor Korsika wußte wie ihr geschah, mußte sie im 6. Jahrhundert diese
neuen Invasionen ertragen. Die Besatzung durch die Byzantiner dauerte
fast 2 Jahrhunderte und brachte Verwüstung, Perversionen und Leid mit
sich.
- Um 754: Ein päpstliches Land wird von den Sarazenen überfallen
Während die Franzosen die Araber besiegen, wird der Papstsitz Korsika,
der 725 von den Lombarden erobert wurde, nach 29 Jahren bei der Ankunft
der Sarazenen aufgegeben.
Aber das Mittelmeer, Quelle des Guten wie des Bösen, wird in dieser Epoche
von den berberischen Piraten durchstreift.
Die Sarazenen (Mauren) - die der Ursprung des korsischen Symbols (dem
Maurenkopf) sind - errichteten Stützpunkte auf
der Insel (Campomoro, Morsiglia). Sie waren bis zum 10. Jahrhundert
eine Bedrohung für die Schiffahrt, bevor sie durch die kombinierten
Attacken der Pisaner und Genuesen besiegt wurden.
Verwirrt, ein Opfer der Anarchie und zerrissen durch die Kämpfe der
Feudalherren, wurde Korsika immer mehr zum Tauschmittel für die Schlichtungspolitik
des Papstes zwischen Pisa und Genua. Schließlich vertraute Papst Gregoire
VII im Jahre 1077 den Pisanern die Regierung Korsikas an.
- Von 1077 bis 1284: Der Frieden von Pisa
Vom Ende des 11. Jahrhunderts bis zum Sieg Genuas über ihre Erzrivalin
Pisa gegen Ende des 13. Jahrhunderts, genoß die Insel die Vorzüge der
pisanischen Weisheit und Kolonisation.
Die Architektur und Kunst Pisas kamen bei der Erbauung vieler Kloster
und Kirchen zum Ausdruck: die Kirche von San Michele de Murato, von Calenzana,
von Carbini oder die berühmte Canonica. Diese Periode erlebte einige schillernde
Figuren, wie z. B. Giudice de Cinarca (Sinucello
della Rocca), der die Insel eine Zeit lang beherrschte und letztendlich
das Opfer seiner Ambition und seiner Allianzen mit Pisa und Genua wurde.
- Von 1284 bis 1768: Fünf Jahrhunderte Belagerung durch die Genuesen
Genua, zerrissen durch eine Reihe von Intrigen und Besetzungen, interessierte
sich nur wenig für Korsika. Dies änderte sich, als sie den Aragoniern
gegenüberstanden, denen Korsika vom Papst zugesprochen worden war.
Die Genuesen konnten sich nur in der Mitte des 14. Jahrhunderts, als die
Pest die Insel bedrohte, wirklich auf Korsika niederlassen.
Die genuesische Zeit endete mit dem Unabhängigkeitskrieg (1729-1769).
Die ersten drei Jahrhunderte genuesischer Herrschaft waren eine unruhige
und chaotische Zeit. Genua überließ die Regierung Korsikas den Maona
- einer Gemeinschaft von genuesischen Handelsleuten, danach den Finanziers
der Bank des heiligen Georg.
Diese Zeit wurde auch durch die spanischen Absichten auf dieses gespaltene
Land gestört.
Die korsischen Herren, die eine anarchische Politik von zahlreichen
und konfliktreich Allianzen mit Genua und den Aragoniern führten, ruinierten
das Land. Ihre Burgen wurden während der Revolte von 1358 von einer
aufgebrachten Menge, angeführt von Sambucuccio von Alando, zerstört.
Nun war Frankreich unter Henri dem II. an der Reihe die Insel, im Krieg
gegen die Spanier unter Charles Quint, zu besetzen.
Aber Frankreich, deren Armee durch angeworbene korsische Truppen unter
der Leitung von Sampiero Corso verstärkt
wurde, mußte die Insel schon sehr bald wieder den Genuesen überlassen.
Sampiero, der sich dieser Situation verweigert, beginnt einen verzweifelten
Krieg gegen Genua, der seine Autorität letztendlich festigt.
1569 kehren Frieden und eine Amnestie in Korsika ein. Das Land ist ruiniert,
entvölkert und von Epidemien verwüstet. Zivil- und Strafgesetze sowie
einige Institutionen werden eingerichtet.
Auf dieser entvölkerten Insel landen die Griechen auf der Flucht vor
den Türken und errichten Paomia und Cargèse
.
Während des 16. Jahrhunderts werden die Küsten mit Türmen gesichert,
um besser gegen die Überfälle der Berber geschützt zu sein.
Aus dieser genuesischen Besatzungszeit stammen die Städte und
Zitadellen von Calvi und
Bonifacio. Die Kirche
erlebte einen neuen Aufschwung, Ajaccio
wurde eine neue Kathedrale gestiftet.
Die Entwicklung der Landwirtschaft in der östlichen Ebene scheitert
trotz zahlreicher Versuche an der Malaria.
Die Landwirtschaft bleibt zum größten Teil in päpstlicher Hand, während
sich die Region des Cap
Corse in ökonomischer Hinsicht gut entwickelt.
Durch ihre autoritäre Herrschaft verhindern die Genuesen die Entwicklung
einer Demokratie. Dies führt zu ersten Aufständen.
- 1729 - 1769 Der Unabhängigkeitskrieg
Dieser Krieg, eine richtige korsische Revolution, zwang die zurückweichenden
Genuesen dazu, Österreich und Frankreich um Unterstützung zu Bitten.
Vier Aufstände erschüttern Korsika. Aus diesen grausamen Schocks
entsteht mit Jean Pierre Gafori das Gefühl eine Nation zu sein
und danach der Wille zu einem Unabhängigkeitskrieg, der von Pascal
Paoli gewonnen wird. Von den Aufständen der Bergbewohner,
begonnen in der Castagniccia,
die Bastia plünderten,
bis zur Versammlung der Dorfvorsteher, die sich auf die Gleichberechtigung
konzentrierten, wurde die ganze Insel von dieser Bewegung ergriffen.
Diese Unruhen stachelten den Machtkampf der am (von Österreich ausgelösten)
Krieg beteiligten Großmächte im Mittelmeerraum noch mehr an. England
wurde von Sardinien unterstützt, von wo aus Korsika attackiert wurde;
die Spanier verbündeten sich mit den Franzosen.
Die vierte Revolte, ausgelöst durch den Abzug der französischen Truppen,
brachte 1753 die Ermordung von Gafori in Corte.
Korsika wurde 1755 unter Pascal Paoli, General eines Korsikas,
das 14 Jahre lang unabhängig blieb, vereinigt.
Dieser Mann, der von vielen als Staatsoberhaupt anerkannt wurde, erregte
eine geeintes Mitgefühl der Öffentlichkeit und der europäischen Intellektuellen,
obwohl Korsika bis dahin für die meisten völlig unbekannt war.
Das Interesse an Korsika und seinem Oberhaupt, einem leidenschaftlichem
Demokraten, wurde in den Büchern von Jean-Jacques Rousseau ("Contrat
Social", "Projet de Constitution") und vor allen Dingen
in den Büchern des schottischen Schriftstellers James Boswell (Account
of a tour to Corsica) festgehalten.
Pascal Paoli, Mann des Fortschritts, wußte die demokratischen Ideale
den Gegebenheiten des Korsikas des 18. Jahrhunderts anzupassen.
Er gab Korsika eine Hauptstadt - Corte - und auch eine Universität.
Außerdem legte er die Grundlagen für einen Staat in dem die "Korsische
Nation" an erster Stelle stand.
- 1768 Der Vertrag von Versailles - 1789 Die Integration ins französische
Königreich
Korsika, die einzige unabhängige Insel im Mittelmeer hatte nur eine schwache
Armee.
Frankreich, dessen Einfluß auf Kosten einer zweideutigen Politik im Mittelmeerraum
und besonders in Genua gewachsen war, bekam Korsika 1768 durch den Vertrag
von Versailles zugesprochen. Der bewaffnete Widerstand durch die Korsen
unter Pascal Paoli endete mit der Niederlage von Ponte-Novo am 8. Mai
1769.
Drei Monate später, am 15. August 1769, wurde Napoléon
Bonaparte geboren.
Pascal Paoli lebte 21 Jahre lang im englischen Exil. Seine Rückkehr
wurde durch die Schaffung eines anglo-korsischen Königreiches geprägt,
das nur zwei Jahre überlebte (1794-1796).
Währenddessen wurde Korsika am 30. November 1789 per Erlaß zum "Teil
des französischen Königreichs" erklärt.
Die Intervention der französischen Truppen und die späteren erfolgreichen
Feldzüge Napoleons, stärkten die Beziehungen zu Frankreich., das mit
seinem kolonialen Königreich schnell zu einem Auswanderungsland für
einen Teil der Inselbevölkerung wurde, die während des 19. Jahrhunderts
rapide zunahm.
Der hohe Tribut, der von Korsika wegen der letzten beiden Weltkriege
und der Beteiligung an der Resistance gezahlt wurde, sind Zeichen für
die Zugehörigkeit zu Frankreich. Aber diese Insel bleibt trotzdem mehr
als je zuvor ihrem besonderen, einzigartigen Land verbunden, das ihr
die Natur und ihre Geschichte seit ihrer Geburt gegeben haben.
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